Jan-Frederik Bandel
Fast glaubwürdige Geschichten.
Über Hubert Fichte
(Hubert-Fichte-Studien Bd. 3)
356 S., brosch., 2005
ISBN 3-89086-645-X
40 €

Autoren und Gesprächspartner
Der Band enthält:

1 Gespräch mit Herbert Jäger über Ellinor und Hans Henny Jahnn, den Hirschpark, den "Versuch über die Pubertät", Hans Eppendorfer, Portugal und Hubert Fichte.

1 Gespräch mit Ulrich Krause über Permutation, Mathematik und Literatur, Beat und Lyrik, die Hamburger Partyrepublik, die Dibberser Mühle, das "Rhinozeros" und Hubert Fichte (mit Rechenbeispielen).

1 Gespräch mit Hans Christoph Buch über das Literarische Colloquium Berlin, allerlei Spökenkiekerei, z.B. das Gespenst, das Hubert Fichte beim Schafhüten erschien, das SPD-Wahlkontor und Hubert Fichte.

1 Gespräch mit Hermann Peter Piwitt über "Die Zweite Schuld", Vertragsabschlüsse mit Ledig-Rowohlt, den Taxifahrer Bertinetti, Astrologie und Hubert Fichte.

1 langes Gespräch mit Linda und Wolli Köhler über St. Pauli, Indien, den Grünspan, das rote Krokodil, Cartacala, Chinesen-Babs, Dolores, René Durand, Norbert Grupe, Jimi Hendrix, Heino Jaeger, Peter Michel Ladiges, Michael Mau, Fritz J. Raddatz, Renate Rasp, Wolf Wondratschek und Hubert Fichte.

1 Gespräch mit Renate Durand über Seelenverwandtschaft, die Zeit der Kavaliere, eine unangenehme Szene mit Norbert Grupe, Heino Jaeger und Hubert Fichte.

1 Gespräch mit Peggy Parnass über punktuelle Begegnungen, z.B. beim Durchqueren des Hauptbahnhofs, den schönen Josef, Wolli, Leder-Uta, Sheriff-Uta, Domenica, Hans Eppendorfer und Hubert Fichte.

1 Gespräch mit Kathrin Röggla über das Interview als literarische Performance, einen gewissen elitären Habitus, wirre Sätze, den Vorgang der Transkription, "Wolli Indienfahrer", "wir schlafen nicht", Lektürephasen und Hubert Fichte.

1 Gespräch mit Klaus Sander über Hubert Fichtes Leser und Hubert Fichtes Nichtleser, Beat und Prosa, "Wolli Indienfahrer" und seine Fortsetzung, akustische Feldforschung, popkulturelle Strategien der Beliebigkeit und Hubert Fichte.

Außerdem kurze Texte von Herbert Jäger, Ulrich Krause, Günter Guben, Wolli Köhler, James Wafer und Brigitte Kronauer und eine Zeichnung von Michael Mau.


Verlag:
Rimbaud Verlagsgesellschaft mbH
Postfach 100144
D-52001 Aachen

www.rimbaud.de/bandel.html


"Ein überaus faszinierender Band mit Gesprächen mit Weggefährten Fichtes, u.a. Peggy Parnass, Renate Durand ("Salambo"), Hermann Peter Piwitt und nicht zuletzt mit 'Wolli Indienfahrer'."

Axel Schock, hinnerk 03/2005

"Jan-Frederik Bandel, geboren 1977 und ein Fichte-Afficionado von Gnaden, interviewt Leute, die Fichte gekannt haben, darunter Herbert Jäger, Hans Christoph Buch oder Peggy Parnass. Die Gespräche sind eine subtile, von keinem Triumphgefühl getragene Zeitreise zurück in eine Bundesrepublik, die man nicht hassen muss. In dem Band Fast glaubwürdige Geschichten findet sich ferner das schon im Schreibheft abgedruckte lange Gespräch mit "Wolli Indienfahrer", jenes früheren Puff-Besitzers auf St. Pauli, der Fichtes "Ethno-Poetik" gewitzt zu widersprechen weiß. Hans Christoph Buch ergänzt den Eindruck eines manchmal nervig selbstbewussten Einzelgängers."

Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau, 30.3.2005

"Ob es eine Hubert-Fichte-Renaissance gibt, wie aus Anlaß seines 70. Geburtstags kürzlich behauptet wurde, bleibe einmal dahingestellt. Tatsache ist, daß die Fichte-Philologie munter voranschreitet und dabei bei dem Objekt ihrer forschenden Begierde in die Schule geht. So hat jetzt Jan-Frederik Bandel nach dem Vorbild des literarischen Interviews, das Fichte so vollendet beherrschte, einen Gesprächsband erstellt, in dem Zeit- und Weggenossen des enfant terrible der Nachkriegsliteratur ausgiebig zu Wort kommen. Das ist in literarischer Hinsicht aufschlußreich, vor allem aber in lebensweltlicher."

Tilman Krause, Welt, 16.4.2005


"In Jan-Frederik Bandels Interview-Buch „Fast glaubwürdige Geschichten“ tauchen sie alle auf, die großen Märchenerzähler: Raddatz, Wondratschek, Domenica, Peggy Parnass, Stefan Aust, Hermann Peter Piwitt, Hans Eppendorfer ... Intellektuelle, Schriftsteller, Künstler, Weirdos, die sich an der Glut der Twilight World/Zone die seelischen Füße wärm(t)en. Entweder sprechen sie selbst oder es wird über sie gesprochen. Äußern sich über den Ausnahme-Schriftsteller Fichte, sprechen über Erlebnisse mit ihm. Der Leser wird Zeuge vielerlei Erinnerungen, Entrückungen, Zerwürfnisse und großer Freundschaften. [...] Um diesem Buch eine gerechte Kritik angedeihen zu lassen, müsste man wohl ein sehr umfangreiches, weit verzweigtes Werk vorlegen. Daher nur so viel: Dieses Buch ist für jeden Anhänger gelebter Literatur eine echte Bereicherung."

Carsten Klook, Textem, 19.9.2005